Die Pflege erlebt einen extremen Wandel. Kaum ist eine Neuerung ausgesprochen, folgt bereits die nächste Erneuerung. Kaum jemand kann der Flut an Veränderungen noch folgen. Nachdem die Mindestlöhne der Pflege berechtigterweise drastisch angehoben wurden, wurde nun ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, der tausenden Pflegekräften ihren Arbeitsplatz kosten wird !

noch Ende Juni 2021 soll ein Gesetz verabschiedet werden, wonach alle Pflegekräfte in 2022 tariflich oder Tarif ähnlich vergütet werden müssen, mindestens aber ortsüblich. der genaue Inhalt wird nun im Bundesrat beschlossen werden. Pflegeeinrichtungen, die das nicht tun oder nicht können, wird der Versorgungvertrag und damit die Existenz genommen! Das klingt ja erstmal gut für alle Pflegekräfte, wenn nicht ein kleiner inhaltlicher Fehler darin stecken würde, der dieses Gesetz zur Katastrophe mutieren lässt. Denn die Erhöhungen der Pflegegehälter wird auf Kosten der Unternehmer gehen, sie sollen keine Refinanzierung erhalten. Das bedeutet konkret, dass alle Unternehmer an ihre Ersparnisse oder Ressourcen gehen müssen, um diesem Gesetzt folge leisten zu können. Alternativ müssen sie sonst schließen, da ihre Existenzgrundlage entzogen wird.

 

Um nicht Missverstanden zu werden, Pflegekräfte sollen mehr Geld bekommen dürfen, dieser Berufsstand hat es mehr als Verdient, doch nicht alle Unternehmen werden sich das leisten können, die Pflegequalität wird einen nie dagewesenen Absturz dadurch erleben.

Zur Erläuterung: Die kleineren und mittelständischen Pflegebetriebe, ebenso wie die Einrichtungen, die eine besonders hohe Fachquote haben, werden vor unlösbaren finanziellen Herausforderungen gestellt. Die Mehrbelastung der Gehälter wird allen Einrichtungen finanziell den Kopf kosten, die bis dato mehr für ihr Personal investiert haben, die noch ausreichend Pflegekräfte haben, die bisher auf eine hohe Fachkraftquote geachtet haben. Sie werden die Verlierer dieses Gesetzes werden. Auch die Einrichtungen, wo es eine hohe Arbeitszufriedenheit gibt, werden erhebliche Mehrkosten haben, ohne Mehreinnahmen zu erhalten.

Die Folge dieser Neuregelung werden die Pflegekräfte und Patienten tragen müssen. Jeder Unternehmer ist verpflichtet wirtschaftlich zu arbeiten, die Mehrausgaben an Gehälter wird zu Kündigungen von Personal führen, es wird dazu führen, dass Einrichtungen bereits frühzeitig ihre Fachquote senken, um Geld einzusparen, was wiederum eine erhebliche Verschlechterung der Qualität und Mehrarbeit bedeuten wird. Der Markt wird einen Wandel von Fachkräften zu Hilfskräften erleben, wie er bis heute nicht erlebt wurde. Tausende Einrichtungen werden, die bereits am Überlegen waren, die Entscheidung treffen oder treffen müssen zu schließen.

Die Fachkräfte werden sich anderweitig orientieren können, das wird sicherlich außer Frage sein. Doch was passiert mit den Pflegehelfern, mit den Hilfskräften, mit den langjährigen Teams, die bestanden? sie werden auseinander gerissen. Die Patienten werden weniger Fachkräfte erleben und damit insgesamt schlechter versorgt werden. Aufgaben, die Fachkräften vorbehalten sind, werden für Patienten schwerer gemacht, da sie immer weniger Einrichtungen finden werden, die die entsprechende Quote bieten können.

Die Regierung hat dieses Gesetz im stillen Kämmerchen ausgedacht und auf den Weg gebracht ohne Rücksicht auf die Folgen. Die Verbände und der DGB haben dieses Gesetz scharf kritisiert und drohen mit Klagen vor Gericht.

 

Meine persönliche Haltung hierzu :“Die Pflege braucht einen Wandel, sie braucht eine starke Basis, sie braucht Verlässlichkeit und bessere Arbeitsbedingungen. Der Wandel der Pflege ist nicht aufzuhalten. Doch dieses Gesetz ist nicht zu Ende ausgeführt worden und scheint der letzte Versuch von Jens Spahn zu sein, für die CDU zu Punkten. Doch bei allem was er bisher verzapft hat, hinterließ er lediglich Trümmer. Zu viel ist im Regierungsalleingang gegangen. Die Umsetzung der Ausbildungsreform hat spürbare Auswirkungen auf alle. Die unüberlegte Ausführung seiner Gesetze hat die Pflege heute vor einen Trümmerhaufen geführt und keine versprochene Besserung gebracht. Bis vor ein paar Wochen war ich selbst ein Kritiker der Pflegekammern, die bisher keine Befugnisse haben, doch ich bin der Ansicht, dass die Pflege einen Partner braucht, der das Milieu Pflege als gesamtes, inhaltlich richtig versteht und Besserungen gezielt und gemeinsam einbringen kann. Die Regierung hat aus meiner Sicht in der gesamten Legislaturperiode für die Pflege versagt. Ich werde der Pflegekammer meine Unterstützung anbieten und agiere nun als Multiplikator für die Pflegekammer NRW. Ich überlasse unwissenden Politikern nicht den Pflegebereich, damit sie auch das letzte Pflänzchen Hoffnung zertreten.“ (Sascha Burchardt)

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