Verdi gegen Pflegekammer

Verdi hat sich auf ihrer Seite zu der Entstehung der Pflegekammern ziemlich klar geäußert. Als etablierter Arbeitgebervertreter hat dies sicherlich eine nicht unerhebliche Gewichtung. Auch wenn wir die Pflegekammer als wichtige Säule der Pflege betrachten, möchten wir auch andere Meinungen weitergeben. Verdi ist ein sehr geschätzter Arbeitgeberverband, der seine Aufgaben intensiv wahrnimmt und über viele Jahre erhebliche Verbesserungen durchgesetzt hat. Weitere Erklärungen braucht es dazu wohl eher nicht.

Verdi sieht die Pflegekammer insgesamt als ein eher Handlungsunfähiges Instrument, welches bei entscheidenden Fragen hier nicht weiterhelfen kann.

baustelle

Wie Verdi es immer tut, durchleuchtet es das Für und Wider der Pflegekammern und zeigt bisher noch nicht betrachtete Ecken des neuen Gedankens einer Pflegekammer auf. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass Verdi seiner Aufgabe insofern gerecht wird, als dass sie die Pflegekammer aus Arbeitnehmersicht betrachten und hier feststellen (zu den Fragen):

Was kann eine Pflegekammer leisten:

Befürworter/innen der Pflegekammern sehen eins der grund- sätzlichen Ziele darin, eine sachgerechte professionelle Pflege sicherzustellen. Es ist eine wichtige Aufgabe, pflegebedürftige Menschen vor schlechter oder unsachgemäßer Pflege zu schützen. Doch Pflegekammern könnten das nicht besser regeln als die staatlichen Stellen, die derzeit dafür eingesetzt sind.Es mangelt nicht an wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Pflegewissenschaft, sondern an der Möglichkeit, diese aufgrund der Rahmenbedingungen in der Praxis adäquat umzusetzen. Auf diese Rahmenbedingungen, die Finanzierung, Qualifikation und Qualitätssicherung garantieren, könnte eine Pflegekammer lediglich in derselben Form Einfluss nehmen wie es derzeit bereits durch die Berufsverbände und Gewerkschaften erfolgt.Die korrekte Berufsausübung bedarf der gesellschaftlichen Kontrolle und unabhängiger Gerichte, die die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften zu überwachen haben. Das Disziplinar- recht dem Berufsstand zu überlassen, würde als Instrument der Qualitätssicherung nur eine geringe Wirkung entfalten. Das Beispiel der Ärzteschaft zeigt, dass es in der Regel den ordentlichen Gerichten überlassen bleibt, Betroffenen zu ihrem Recht zu verhelfen und auch die Gesellschaft vor unzuverlässigen Berufsangehörigen zu schützen.

Gute Pflege erfordert gut qualifizierte Fachkräfte:

Eine gute Ausbildung, Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind für eine qualitativ hochwertige Pflege unerlässlich. Da unzureichende Qualifikationen Gefahren in der gesundheitlichen Versorgung zur Folgen haben könnten, ist dem Bund das Recht zugewiesen, die Zulassung zu ärztlichen und anderen Heilberufen zu regeln.Dies gilt auch für die Rahmbedingungen der Ausbildungsgänge. Bei den Weiterbildungsabschlüssen der Pflegeberufe gibt es in den meisten Bundesländern staatliche Regelungen. Aufgrund des gesamtgesellschaftlichen Interesses an einer guten Versorgungsqualität sollte die Regelung von Aus- und Weiterbildung staatliche Aufgabe bleiben und nicht in den Regelungsbereich einer Kammer übergehen.Der Großteil der in der Pflege Beschäftigten ist im Angestelltenverhältnis beschäftigt. Die Einführung von Punkteregelungen durch eine Kammer, analog der Ärztekammer, ist daher nicht notwendig. Entscheidend ist vielmehr, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass die Teilnahme an Fortbildungen möglich ist und durch den Arbeitgeber finanziert wird. Eine weitere finanzielle Belastung von Pflegenden durch Zwangsfortbildungen lehnt ver.di hingegen ab.

Verdi hat zu der Fragestellung und andere, verschiedene Antworten gegeben, die man sich im Detail hier anschauen kann:

Verdi zu den Pflegekammern

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