Sepsis, eine Folge unbehandelter Infektionen trifft besonders in Deutschland unnötig viele Patienten mehr als in anderen Ländern. Auch hier hinkt Deutschland hinterher. Nach dem nachfolgenden Bericht sterben 15.000 bis 20.000 mehr an der Sepsis als nötig wäre.

Tausende vermeidbare Todesfälle durch Sepsis

In Deutschland sterben deutlich mehr Menschen an einer schweren Sepsis als in vergleichbaren anderen Ländern. Fachgesellschaften und Patientenorganisationen fordern daher einen Nationalen Sepsisplan. Tausende Todesfälle jährlich seien vermeidbar. 

Medizinischer Notfall (Symbolbild) © WavebreakMediaMicro / stock.adob

Mit 41,2 Prozent liegt die Sepsissterblichkeit in Deutschland um 10 bis 20 Prozent höher als in Australien (18,5 Prozent), den USA (23,2 Prozent) und England (32.1 Prozent). Diese im internationalen Vergleich hohe Rate sei inakzeptabel, erklärte gestern der Vorsitzende der Sepsis-Stiftung, Professor Konrad Reinhart.

Zusammen mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS), der Deutschen Sepsis-Gesellschaft, der Deutschen Sepsis-Hilfe und der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie fordert die Stiftung von der künftigen Regierung einen Nationalen Sepsisplan.

Sepsis: meist die Folge einer unbeherrschten Infektion

In Deutschland werde Sepsis weder in der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes, noch bei der Arbeit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung berücksichtigt, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Auch hätten bisher nur wenige Krankenhäuser Qualitätsinitiativen zu Diagnose und Behandlungsstandards etabliert. Für weit weniger häufig vorkommende Krankheitsbilder wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sei das seit Jahrzehnten Standard. „Es fehlt an interdisziplinärer und transsektoraler Zusammenarbeit“ sagte APS-Vorsitzende Hedwig François-Kettner und begrüßte die Bereitschaft der Fachgesellschaften, sich für die Etablierung eines Nationalen Sepsisplans einzusetzen.

Sepsis ist meist die Folge einer unbeherrschten Infektion. Zu spät oder unbehandelt kommt es zu irreparablen Organschäden und schließlich zum Tod. Zwischen 15.000 und 20.000 Todesfälle pro Jahr gelten als vermeidbar. Eine wichtige Rolle dabei spielt dabei die Früherkennung. In England werden alle jungen Eltern über die Symptome einer Sepsis aufgeklärt, in New York sollen jetzt bereits Schüler lernen, wie man eine Sepsis frühzeitig erkennt. (ne)

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