Pflegezusammenschluss

Deutscher Pflegerat begrüsst den Zusammenschluss

in der aktuellen Pressemitteilung begrüsst der Deutsche Pflegerat den Zusammenschluss der Ausbildungsberufe. Er beruft sich hierbei auf eine 10 jährige Diskussion, die in diesem Zusammenhang geführt wurde.

In Hinsicht auf die Einstellung des Deutschen Pflegerates können wir dieser Diskussion nichts abgewinnen, den die offensichtlichen Argumente gegen den Zusammenschluss aller Pflegeberufe liegen auf der Hand. Wie wir mehrfach dargestellt haben, hat es erhebliche qualitative Konsequenzen, wenn eine Pflegefachkraft, die in einem Altenheim gelernt hat, dann in die Kinderkrankenpflege geht und dort arbeitet. Das ist aus unserer Sicht unverantwortlich. Umgekehrt ist es ebenso schwierig. Die Qualifikationen der Bereiche hat sich in vielen Jahrzehnten gestärkt, ausgebaut und entwickelt und soll nun durch einen Zusammenschluss in einen Brei geworfen werden. Bei einem solchen Vorgehen wird es zu enormen Unsicherheiten kommen und wir sind uns sicher, dass dieser Schritt in der Praxis zum Rückgang in der Pflege führen wird, denn niemand in der Pflege tätige Person, wird solch einen Wechsel von interdisziplinären Fachbereichen mitmachen. Es bleibt dann bei einer praktisch orientierten Qualifikation.

Wir wollen euch die Pressemitteilung nicht vorenthalten, auch wenn wir nicht ganz einer Meinung sind mit der Haltung des Deutschen Pflegerates.

presse

PRESSEMELDUNG
Deutscher Pflegerat e.V. (DPR)
Bundesarbeitsgemeinschaft Pflege- und Hebammenwesen:
Berlin (29. Januar 2016, Nr. 5/2016)

Beitrag von DPR-Präsident Andreas Westerfellhaus für den „Tagesspiegel“

„Die Arbeit der Pflegenden wird aufgewertet“
Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerats, hat in einem Beitrag für
den „Tagesspiegel“ (Sonntagsausgabe, 24. Januar 2016) die geplante Reform des
Pflegeausbildung gelobt. Der Beitrag ist in der Rubrik „Zurück GESCHRIEBEN“ erschienen:
„Der Entscheidung des Bundeskabinetts für eine generalistische Pflegeausbildung mit
Schwerpunktbildung geht eine fast zehn Jahre lange Diskussion voraus, bei der zahlreiche
Argumente des Für und Wider eines solchen Schritts abgeklopft wurden.
Der Deutsche Pflegerat unterstützt die Bestrebungen der Bundesregierung. In der generalistischen
Pflegeausbildung mit der Zusammenführung der drei Pflegefachberufe
„Altenpflege“, „Gesundheits- und Krankenpflege“ und „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“
sehen wir einen Meilenstein, mit dessen Hilfe die berufliche Entwicklung
der Pflegeberufe in Deutschland sowie das Selbstverständnis der professionell Pflegenden
gefördert wird. Beides sind Positionen, die seit Langem aus der Pflege selbst
kommen. Das Bundeskabinett hat mit seinem jetzigen Beschluss die richtigenWeichen
für die Zukunft der so wichtigen Pflegeberufe gestellt.
Die Frage, warum es eine neue generalistische Pflegeausbildung braucht, muss mit
Blick auf die geänderten Rahmenbedingungen der Pflegeberufe beantwortet werden.
So nimmt die Anzahl der Pflegebedürftigen, die eine medizinisch orientierte Versorgung
benötigen, in der ambulanten und stationären Altenpflege gravierend zu.
Gleichzeitig werden immer mehr alte und hochbetagte Patientinnen und Patienten
mit mehreren Erkrankungen und zunehmenden Alterserkrankungen, wie beispielsweise
Demenz, in Krankenhäusern versorgt. Hier wird die neue Pflegeausbildung zu
einer der wichtigsten Antworten auf die Herausforderungen des demografischen und
epidemiologischen Wandels.
Das macht jedoch veränderte Kompetenzprofile erforderlich, die ausgebildet werden
müssen. Pflege muss künftig auf Kompetenzen aufbauen, die übergreifend gelten. Sie
muss sich zeitgleich mit dem Pflegebedürftig sein und dem Kranksein auseinandersetzen.
Die dabei an die Pflege gestellten Aufgaben müssen unmittelbar beim hilfebedürftigen
Menschen geleistet werden können.
Die Neuregelung der Pflegeberufe ist dringend geboten und wird von vielen professionell
Pflegenden zu Recht gefordert. Bislang hat sich die Pflegeausbildung an den zu
versorgenden Altersgruppen – Kinder, Erwachsene, alte Menschen – und an den Institutionen
der Versorgung – Krankenhaus, Altenheim – orientiert. Mithilfe der generalistischen
Pflegeausbildung wird es nun erstmals gelingen, die erforderlichen pflegerischen
Kompetenzen für pflegebedürftige und kranke Menschen jeden Alters in
den Mittelpunkt zu stellen. Die Stärken und Besonderheiten der drei bisherigen Pflegefachberufe
werden zu einem neuen Pflegeberuf mit einem einheitlichen Berufsabschluss
zusammengefasst. Das ist etwas anderes und mehr als die Aneinanderreihung
von Pflegetätigkeiten. Mit der neuen Pflegeausbildung wird endlich gesetzlich anerkannt,
dass Pflege einen ureigensten Bereich hat, der als sogenannte vorbehaltene
Aufgaben definiert wird. Das umfasst die Erhebung des Pflegebedarfs, die Planung
der pflegerischen Versorgung sowie die Überprüfung der Pflegequalität. Dadurch
wird die Qualität der Pflege gesteigert. Eine weitere Antwort auf die steigenden Anforderungen
ist die hochschulische Ausbildung als zweiter Zugang zum Beruf. Damit
werden neue Bewerbergruppen angesprochen.
Die Reform der Pflegeausbildung ist eine gute Nachricht für alle professionell Pflegenden.
Ihre Arbeit wird dadurch aufgewertet. Die neue Ausbildung wird zu besseren
Karrierechancen und zu einer besseren Bezahlung, insbesondere in der Altenpflege
führen. Durch die reformierte Ausbildung haben die zukünftigen Pflegefachpersonen
zudem mehr Möglichkeiten für einenWechsel innerhalb des Berufsfeldes. Das steigert
die Attraktivität des Berufsbildes Pflege, auch hier insbesondere das der Altenpflege,
und fördert den längeren Verbleib im Pflegeberuf. Dies alles sind wichtige
Bausteine dafür, dass sich aufgrund der neuen Pflegeausbildung mehr Menschen für
den Pflegeberuf entscheiden werden.
Die neue Pflegeausbildung wird somit zu einem wesentlichen Baustein der Sicherung
der pflegerischen Versorgung in Deutschland.“

Quelle: Pressemitteilung Deutscher Pflegerat

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