Pressemitteilung vom 18. Dezember 2018 Bundesstatistikamt

Eigener Kommentar: Durch die Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes gab es erhebliche Veränderungen in der Pflegestruktur. Waren es noch vor 20 Jahren die Heime, die unsere Pflegebedürftigen getragen haben, so sind es heute die Pflegedienste vor Ort, die mehr als die Hälfte aller Pflegebedürftigen versorgen. Der Trend ist eindeutig, die meisten wollen zu Hause bleiben und erwarten von der Pflege entsprechende Versorgung. Im Zusammenhang mit den Finanzstrukturen, die vorgegeben sind, kann man deutlich sagen, dass der Trend dahingeht, dass nur absolut wirtschaftlich arbeitende Pflegedienste die nächsten Jahre überstehen wird. Pflegedienste, die mit Herz, Zeit und Fürsorge arbeiten, werden finanziell nicht mehr in der Lage sein, den Finanzapparat so aufrecht zu erhalten, dass sie Wettbewerbsfähig bleiben. Es scheint also kaum verwunderlich, wenn viele Pflegedienste dazu neigen, die eine oder andere Abrechnung zu ihren Gunsten zu verändern. Insbesondere wird es auch die Pflegedienste treffen, die die Vorgaben personeller Natur nicht mehr nachweisen können und somit ihre wirtschaftliche Grundlage verlieren.

Wenn seitens der Regierung keine Änderungen erfolgen, werden die steigenden Patientenzahlen auf immer weniger Pflegepersonen verteilt werden, ein Kollaps, der Spiralförmig weiterläuft. Es bedarf außer mehr Pflegepersonal deutliche Verbesserungen der Strukturen im ambulanten Bereich.

Nachfolgende Daten entstammen dem Bundesamt für Statistik und sind nicht verändert worden

Der Bericht des Bundesstatistikamtes:

WIESBADEN – Im Dezember 2017 waren in Deutschland 3,41 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI). Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, hatte die Zahl der Pflegebedürftigen im Dezember 2015 bei 2,86 Millionen gelegen. Die starke Zunahme um 0,55 Millionen Pflegebedürftige (+19 %) ist allerdings zum großen Teil auf die Einführung des neuen, weiter gefassten Pflegebedürftigkeitsbegriffs ab dem 01.01.2017 zurückzuführen. Seitdem werden mehr Menschen als pflegebedürftig eingestuft, als vor der Umstellung. 

Gut drei Viertel (76 % oder 2,59 Millionen) aller Pflegebedürftigen wurden zu Hause versorgt. Davon wurden 1,76 Millionen Pflegebedürftige in der Regel allein durch Angehörige gepflegt. Weitere 0,83 Millionen Pflegebedürftige lebten ebenfalls in Privathaushalten, sie wurden jedoch zusammen mit oder vollständig durch ambulante Pflegedienste versorgt. Knapp ein Viertel (24 % oder 0,82 Millionen Pflegebedürftige) wurde in Pflegeheimen vollstationär betreut. 

Ende 2017 waren 81 % der Pflegebedürftigen 65 Jahre und älter, mehr als ein Drittel (35 %) war mindestens 85 Jahre alt. Die Mehrheit der Pflegebedürftigen war weiblich (63 %). 

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu sein. Während bei den 70- bis 74-Jährigen rund 6 % pflegebedürftig waren, wurde für die ab 90-Jährigen die höchste Pflegequote ermittelt: Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung in diesem Alter betrug 71 %. 


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