Pflege schlecht gestellt

Die Pflege ist schlecht gestellt. Eine neue Studie des Bundesministerium zeigt das extreme Gehaltsniveau und Gefälle in der Pflege in Ost und West. Es wird wieder einmal deutlich, wo wir in Deutschland stehen. Die Ost-West Barriere ist deutlich im Gehaltsunterschied spürbar. Ebenso extrem ist die Tatsache, dass sowohl Krankenpflege, als auch Altenpflege einen vergleichbar belasteten Beruf ausüben und dennoch sind ist die Altenpflege deutlich schlechter gestellt. Während im Westen eine Annäherung eingetreten ist, besteht im Osten eine tiefe Kluft zwischen Alten- und Krankenpflege, zumindest in der Entlohnung. Hier zumindest erscheint die Forderung von Verdi, 3000 € in der Pflege ein berechtigter Weg alle gleich zu bezahlen.

Zusammenfassung der Studie

Im Zentrum dieser Studie steht eine aktuelle Bestandsaufnahme der Bruttoentgelte von Kranken und Altenpflegern, die auf Grundlage der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit für Vollzeitbeschäftigte und nach Bundesländern differenziert durchgeführt wird. Diese Ergebnisse werden durch zusätzliche Analysen auf Grundlage des Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes flankiert, mit deren Hilfe ein Blick auf den Umfang und die Ursachen der Teilzeitbeschäftigung in den Pflegeberufen geworfen wird.

 In den Pflegeberufen liegen die Teilzeitanteile deutlich über dem Anteil für alle Beschäftigten. Während unter den Pflegekräften unfreiwillige Teilzeitbeschäftigung vor allem im Osten anzutreffen ist, dominieren im Westen persönliche und familiäre Verpflichtungen als Ursache. In Ostdeutschland könnte eine Arbeitszeitausweitung bereits Beschäftigter also einen substantiellen Beitrag zur Linderung der Arbeitskräfteknappheit leisten.

 Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Verdienste in den Pflegeberufen im Niveau zwischen Ost und West, den Qualifikationsstufen sowie zwischen den Bundesländern stark variieren.  Frauen in Pflegeberufen verdienen grundsätzlich weniger als männliche Kollegen. Der Unterschied in der Altenpflege ist jedoch geringer als in der Krankenpflege.

 Allgemein zeigt sich, dass Fachkräfte in der Krankenpflege im Vergleich mit allen Beschäftigten besser entlohnt werden. In Ostdeutschland verdienen sie 18,1 Prozent mehr als im Mittel aller dortigen Beschäftigten. In Westdeutschland ist der Vorsprung mit 1,4 Prozent allerdings geringer. Im Vergleich zu anderen Fachkräften in Deutschland verdienen sie 11,4 Prozent mehr. Vor allem in den neuen Ländern ist der Abstand mit +30,4 Prozent prägnant (alte Bundesländer: +9,5 %).

 Die Fachkräfte in der Altenpflege verdienen im Vergleich mit allen Beschäftigten deutlich weniger: Ost -16,1 Prozent, West -17,0 Prozent. Im Vergleich zu den Fachkräften in der Krankenpflege verdienen sie noch weniger (Ost: -28,9 %, West: -18,2 %). Fachkräfte in der Altenpflege verdienen nur geringfügig mehr als Helfer in der Krankenpflege.

 Fachkräfte der Kranken- bzw. Altenpflege verdienen bei ambulanten Pflegediensten bis zu einem Drittel weniger als in Krankenhäusern.

 Das Entgelt der Helfer in der Krankenpflege in Ost wie West liegt jeweils 20 Prozent unter dem jeweiligen mittleren Einkommen aller Beschäftigten. Sie erreichen aber in Ost wie West ein höheres Medianentgelt im Vergleich zu den Verdiensten aller Helferbeschäftigten (Ost: +13,6 %, West: +13,3 %).

 Altenpflegehelfer liegen um 35,5 Prozent in Ostdeutschland und um 40 Prozent in Westdeutschland unter dem Medianentgelt (über alle Berufe). Zudem verdienen sie deutlich weniger als Helfer in der Krankenpflege (Ost: -19,3 %, West: -24,9 %).

Pflegegehalt

Eine weitere Tabelle zeigt wieder einmal deutlich auf, dass die Mauer für die Wirtschaft niemals gefallen ist. Ostdeutsche Pflegekräfte werden extrem niedrig vergütet. Der Unterschied ist so extrem, dass es auch kaum verwunderlich ist, wenn viele diesen Beruf an den Nagel hängen, bei dem sie so viel Verantwortung übernehmen müssen.

pflegeverteilung

Die gesamte Studie kann man hier herunterladen: Was man in den Pflegeberufen in Deutschland verdient

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