Pflege bildet schlecht aus

Die Pflege bildet schlecht aus. In der neusten Studie von Verdi wird mal wieder deutlich, was schon alle wussten, die Pflegeausbildung steht dem vieler anderer Ausbildung hinten an. Kaum verwunderlich für Pflegekräfte. Überlastung des eigenen Arbeitsfeldes, zu wenig Personal, wer kann und will da ausführlich ausbilden? Die Studie zeigt außerdem auch, dass die meisten Auszubildenden vielmehr als Arbeitskraft, anstatt als Azubi gesehen werden. Insgesamt mangelt es an allem, zu wenig Ausbilder, zu wenig Zeit für die Ausbildung, zu wenig Schüler, die ausgebildet werden wollen. Die Spirale der Pflege dreht sich stetig nach unten. Reformen müssen her, klare Gesetze, und vor allem mehr Nachwuchs in der Pflege. Die Generalistik wird das aus unserer Sicht nicht bringen können. Vielmehr ist die Regierung gefragt, endlich mehr (viel mehr) Geld für das Personal zu investieren und gezielter für Nachwuchs zu sorgen. es gäbe eine Reihe guter Ansätze das zu erreichen, doch dazu wird Geld benötigt. Die Unternehmen müssten zur Ausbildung gedrängt werden, die Schüler dürfen auch nicht dafür bezahlen müssen, was in einigen Bundesländern immer noch der Fall ist. Es ist nicht nur der Nachwuchs der kommen muss, sondern auch das bestehende Personal braucht mehr Unterstützung, damit diese auch weiter in der Pflege bleiben, aktuell flüchten viele mit 45 Jahren (Statistisch) aus der Pflege.

Die Reaktionen auf den Pflegemangel ist ernüchternd. Die Linke fordert:“Der Antrag, dem Union und SPD nicht zustimmen wollen, wurde zur weiteren Beratung in die Ausschüsse überwiesen. In dem Antrag fordert Die Linke unter anderem, die Personalbesetzung in den Krankenhäusern kurzfristig zu verbessern und dazu mindestens 100.000 Vollzeitstellen in der Pflege zu schaffen.“ , Die Antwort der Regierung war:“Das Pflegestellenförderprogramm umfasst ein Volumen von insgesamt bis zu 660 Millionen Euro in den Jahren 2016 bis 2018. Ab 2019 sollen dauerhaft 330 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen. Auf diese Weise werden in den Kliniken voraussichtlich 6.350 neue Stellen geschaffen, die nur der „Pflege am Bett“ dienen.“. Vergleich Bundestag über Pflege

In vielen Beiträgen und auch Studien wurde festgestellt, dass allein jährlich 20.000 Pflegekräfte zusätzlich gebraucht werden, da sind 6350 Stellen einfach nicht genug. Aber auch die Zahl ist spekulativ, denn eine andere jüngere Umfrage (Zur Zeit in Facebook verfügbar vom NDR) zeigt, was viele unausgesprochen wussten, der neue und große Zweig der Betreuungskräfte werden zunehmend mehr in der Pflege eingesetzt. Bereits jetzt geben Betreuungskräfte vereinzelnd ihren „Traumberuf“ wieder auf, da sie der Anforderung nicht gewachsen sind. 

kranke schwester

Hier die Studie von Verdi und deren Bericht dazu:

Ausbildungsreport Pflegeberufe 2015: Die Bedingungen in der Pflegeausbildung müssen sich verbessern

Gute Ausbildungsbedingungen sind das Aushängeschild für einen Beruf. Deswegen begrüße ich, dass ver.di regelmäßig die Auszubildenden in den Pflegeberufen nach der Qualität ihrer Ausbildung befragt. Mit diesen Ergebnissen können die ver.di Jugend sich gezielt für die Verbesserung der Ausbildungsqualität in den Betrieben, in Jugend- und Auszubildendenvertretungen, in Betriebs- und Personalräten oder Mitarbeitervertretungen des Gesundheits- und Sozialwesen einsetzen. Eine Attraktivitätssteigerung in den Berufen der Pflege bedarf besserer Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen.

Ver.di wollte genau wissen, wie es aktuell um die Qualität der Pflegeausbildung steht und hat deshalb die Auszubildenden in der Altenpflege, Gesundheits- und Kranken- oder Kinderkrankenpflege befragt. An der Umfrage haben 3410 Azubis aus 13 Bundesländern teilgenommen. Im Schuljahr 2014/2015 befanden sich 137.000 in den Gesundheitsberufen in Ausbildung. Drei Viertel der Befragten ist in der Gesundheits- und Krankenpflege tätig, 11,3 Prozent in der Altenpflege; 80 Prozent der Befragten waren Frauen, knapp 60 Prozent maximal 21 Jahre alt.

nurse-beitrag

Fazit: Die Auszubildende starteten mit hohem Engagement und Erwartungen, um Menschen in schweren Situationen professionell beistehen zu können. Doch die Qualität der Pflegeausbildung wird von vielen kritisch gesehen und muss sich verbessern.

Es ist also gut, dass wir im Deutschen Bundestag derzeit über eine Neuordnung der Pflegeberufe debattieren.

Ausbildungsreport Pflegeberufe 2015

Die Ergebnisse dieser Befragung sind jüngst im „Ausbildungsreport Pflegeberufe 2015″ veröffentlicht worden. Insgesamt erscheinen die Ausbildungsbedingungen nicht gut: Vom ersten Tag an herrschen Zeit und Personalnot:

Einige der zentralen Ergebnisse sind:

  • Zufriedenheit: 58,5 Prozent der Azubis sind mit ihrer Ausbildung „zufrieden“, davon 13,1 Prozent „sehr zufrieden“ – der Zufriedenheitswert in der Pflege liegt deutlich unter der Quote aller anderen Ausbildungsberufe (71,5 Prozent).
  • Praktische Anleitung: PraxisanleiterInnen sollen die praktische Ausbildung eigentlich begleiten. Auf die Frage, ob sie vor Ort an ihre beruflichen Aufgaben herangeführt werden, antwortete doch ein Drittel der Azubis mit „Nein“ oder „überwiegend Nein“. In anderen Ausbildungsberufen geben nur 14,2 Prozent der Azubis an, dass sie selten oder nie durch ihre AusbilderInnen betreut werden.
  • Überstunden: Überstunden dürfen Azubis nur ausnahmsweise machen. Angegeben wurde in dieser Befragung aber von fast einem Drittel, regelmäßig länger arbeiten zu müssen, in der Altenpflege sind es sogar 41,2 Prozent. Für ver.di sind diese Zahlen ein Beleg für eine „chronische Unterbesetzung der Einrichtungen mit Planstellen“.
  • Stations-Hopping: Der Grund für kurzfristige Versetzungen auf andere Stationen oder Wohnbereiche sind Arbeitsverdichtung und Personalmangel, so knapp 60 Prozent der Ausbildenden in der Kranken- und 42 Prozent in der Altenpflege-. Bei denjenigen, die kurzfristig versetzt werden, geschieht dies bei 36,4 Prozent zwei Mal im Halbjahr, bei 38,4 Prozent drei bis fünf Mal und bei jeder, jedem Vierten kommt dies sogar öfter als sechs Mal im Halbjahr vor.
  • Ausbildungskosten: 35,1 Prozent der Azubis müssen Schulgeld zahlen. Knapp 78 Prozent von ihnen blechen bis zu 250 Euro im Monat, 5,4 Prozent sogar mehr als 500 Euro. 

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