Der Pflegekräftemangel mutiert mittlerweile zu einem Notstand, dessen Ruf nur wenig gehört wird. Immer mehr Einrichtungen schließen aufgrund von   Fachkräftemangel. die zurückgebliebene Belastung wird weiterhin auf die anderen Einrichtungen verteilt. Stetig wächst das Arbeitspensum. in den jüngsten Verhandlungen mit den Spitzenkassen wird es nun weitere Hilfe für die Pflege geben.

Zunächst wird die Berufsgruppe der Heilerziehungspfleger aufgewertet, was aus meiner Sicht längst überfällig war. Ab Februar 2020 dürfen nun ausgebildete Heilerziehungspfleger die Behandlungspflege der Leistungsgruppe 1 und 2 durchführen, sofern ihr Abschluß nach 2015 stattgefunden hat. Was zuvor nur mit einer Zusatzqualifikation möglich war, ist jetzt ein integrierter Bestandteil. Die Folge wird eine Verschiebung der Pflegekräfte sein, denn einige Heilerziehungspfleger werden sich schon aufgrund der höheren Bezahlung in die pflege integrieren, was wiederum dazu führt das der Bereich der Behindertenversorgung mit weniger Personal auskommen wird. Es bleibt somit eine Pflegekräfte hin-un herschieberei.

Es wird eine neue Kurzausbildung geben, wonach man nun in einem 3 monatigen Kurs den Pflegeassistenten absolvieren kann und ebenfalls dann die Behandlungspflege der Leistungsgruppe 1 und 2 durchführen darf.

Offenbar ist klar geworden, dass man an das Thema Fachkräfte nicht ausreichend herankommt und weicht auf „Hilfskräfte“ mit weniger Kompetenzen aus. Diese Neuerungen werden das Problem nicht ausreichend lösen können, sind aber vielleicht ein kleiner Schritt, um andere Personengruppen in die Pflege zu bekommen. Der erste Versuch, die Rettungsassistenten in die Pflege zu integrieren scheiterte bisher.

Was in all den Veränderungen nicht bedacht wird, ist, dass es zunehmend pflegebdürftige Menschen gibt und deren Anzahl stetig steigt. Dem gegenüber stehen immer weniger Menschen die mit Empathie diesen Beruf in der Pflege ausüben wollen. Trotz der Veränderungen bleibt die Arbeitsbelastung zu hoch. Viele grössere Träger bilden 2020 keine Generalisten in der Pflege aus, da sie abwarten wollen, was auf dem Markt passiert. Eine nachvollziehbare Entscheidung, die aber deutschlandweit in den nächsten 3 Jahren immer weniger Fachkräfte auf den Markt bringen wird. der Notstand weitet sich zu einer Krise aus.

Auch das neue Mindestlohngesetz für Pflegefachkräfte ist kein echtes Signal für diesen Krisenzustand, da die meisten Einrichtung bereits heute schon mehr bezahlen als Mindestlohn.

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