Neue Pflegeberufe bedroht

Neue Pflegeberufe bedroht

Die neuen Pflegeberufe sind bedroht, bevor sie entstanden sind. Wieder einmal wurden die Pflegekräfte nicht gefragt, wieder einmal werden wir letztendlich mit dem Ergebnis konfrontiert, die Zusammenlegung aller Pflegeberufsgruppen zu der Pflegefachfrau/-mann ist scheinbar beschlossene Sache, oder doch nicht? Ist es ein Zufall, dass die gravierenden Veränderungen gerade kurz vor den Wahlen so brachial umgesetzt werden, oder ist es ein Zufall, dass bei allen Neuerungen verschleiert wird, dass man Pflegekräfte aus dem Ausland rekrutieren möchte?

Zusammenlegung soll gestoppt werden

Nachdem nun die Zusammenlegung scheinbar unwiderruflich erscheint, hebt sich Kritik vom bpa, dem größten Verband privater sozialer Einrichtungen. Aus unserer Sicht zu Recht. Viele Male haben wir auf die Kehrseite der Medaille hingewiesen, das die Zusammenlegung ein fataler Fehler sein wird. In der Hoffnung, dass nun die Zusammenlegung schlussendlich verhindert wird, drücken wir dem bpa alle Daumen.

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Pressemitteilung:

Altenpflege boomt – und soll abgeschafft werden

bpa sieht die saarländische Landesregierung in der Verantwortung für den Erhalt des Berufs

Die Zahl der Beschäftigten in Pflege und Sozialwesen ist im Saarland erneut deutlich gestiegen. Nach aktuellen Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Oktober 2015 fast 28.000 Menschen im Bereich „Heime und Sozialwesen“ beschäftigt, 900 mehr als ein Jahr zuvor. „Jobs in der Pflege sind attraktiv, weil die Heime und ambulanten Dienste wohnortnah krisensichere Perspektiven bieten“, erklärt der saarländische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Helmut Mersdorf.

Zu dem Anstieg habe neben erweiterten Personalschlüsseln auch die im Jahr 2011 eingeführte Ausbildungsumlage beigetragen, nach der alle Einrichtungen und Pflegedienste an den Kosten der Fachkräfteausbildung beteiligt wurden. „Seitdem hat sich die Zahl der Auszubildenden in der Pflege verdoppelt, was inzwischen auch zu mehr Fachkräften führt“, so der bpa-Landesvorsitzende. Dieser Trend sei aktuell jedoch massiv bedroht, da die Bundesregierung die Altenpflegeausbildung mit der Kranken- und Kinderkrankenpflege verschmelzen will, obwohl die Inhalte grundverschieden sind.

„Wir sehen im Saarland seit Jahren, dass sich Hunderte junger Menschen bewusst für die Arbeit in der ambulanten und stationären Altenpflege entscheiden. Diese Entwicklung wird nun durch die geplante Abschaffung dieses Berufes gefährdet“, warnt Mersdorf. Gleichzeitig werde auch die Zahl der Ausbildungsstellen spürbar sinken. „Die Azubis sollen künftig deutlich weniger Zeit in der ausbildenden Einrichtung verbringen und kommen am Ende mit unzureichender Praxiserfahrung in den Beruf. Das ist für beide Seiten unattraktiv.“

Das Saarland habe im Bundesrat noch die Möglichkeit, gemeinsam mit anderen Bundesländern die Pläne für eine generalistische Pflegeausbildung zu stoppen. „Wenn die Landesregierung hier tatenlos zusieht und wir demnächst sinkende Jobzahlen in der Pflege beklagen müssen, dann liegt ein großer Teil der Verantwortung auch in Saarbrücken“, stellt Mersdorf abschließend klar.

Quelle : bpa.de

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