Hamburg torpediert ambulante Pflege

Hamburg torpediert die Pflege und stellt damit einen Rekord an Anforderungen auf.  Es scheint also insgesamt nicht genug zu sein, dass die gesamte Pflege systematisch auf den Kopf gestellt wird, es scheint ebenso wenig in Hamburg bekannt zu sein, dass wir Pflegefachkräfte Mangel haben. Offensichtlich verstehen sie in Hamburg nur eines, sinnlosen Druck auszuüben. Bedenkt man dabei, dass alle Bundesländer verschiedene Grundvoraussetzungen für einen ambulanten Pflegedienst mitbringen müssen, steht Hamburg, auch ohne diese Anforderungen ganz weit vorn. Die nun geforderten Voraussetzungen scheinen eher Schikane zu sein, als überlegt und sinnvoll. Leiter in der Pflege stehen nun mit den Vorstellungen unter Druck, nicht genug an Ausbildung gehabt zu haben.

Hamburg-Wappen

Pressemitteilung des bpa 22.01.2016

Hamburg torpediert ambulante Pflege

Hansestadt konfrontiert leitende Pflegekräfte und Pflegedienste trotz erfüllter bundesweiter Standards mit erheblichen Sanktionen

„Die Hamburger Alleingänge bei den Weiterbildungsvorschriften für Leitungskräfte grenzen schon an ein Beschäftigungsverbot für einheimische Pflegedienste. In allen anderen Bundesländern reicht die auf Bundesebene vereinbarte Qualifikation der Leitungskräfte aus; in Hamburg wird ihnen jedoch faktisch die Ausübung ihres Berufs untersagt.“ Der Leiter der Hamburger Landesgeschäftsstelle des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa), Uwe Clasen, befürchtet, dass die Leitungskräfte aufgrund des Fachkräftemangels ins Umland wechseln und die ambulante Versorgung der pflegebedürftigen Menschen in der Stadt gefährdet wird.

Bundesweit würden die Pflegedienstleitungen nach den im Sozialgesetzbuch vorgeschriebenen Kriterien zugelassen, nur in Hamburg kämen die Aufsichtsbehörden auf immer neue Ideen, um die Hürden für die Arbeit der ambulanten Dienste höherzulegen. So fordert die Hamburger Wohn-Pflege-Aufsicht, die frühere Heimaufsicht, derzeit bei vielen Pflegediensten zusätzliche Fortbildungen für Leitungskräfte, die sich weder konkret aus den entsprechenden Gesetzen und Verordnungen ableiten lassen noch in anderen Bundesländern üblich sind.

„Jede verantwortliche Pflegefachkraft hat eine intensive Weiterbildung mit vielen pflegerischen und organisatorischen Inhalten absolviert; in Hamburg fordert die Aufsichtsbehörde nun plötzlich noch 340 bis 740 zusätzliche Fortbildungsstunden für verantwortliche Pflegefachkräfte, ohne dass es dafür eine hinreichende Begründung gibt“, berichtet Clasen. Damit fordere Hamburg doppelt bis dreimal so viele Fortbildungsstunden für Leitungskräfte wie die übrigen Bundesländer. Einige bpa-Mitgliedsunternehmen befänden sich deshalb bereits in juristischen Auseinandersetzungen mit der Hansestadt.

Besonders absurd an dem Prozedere ist, dass Pflegedienste aus allen anderen Bundesländern, deren Leitungskräfte nur die dort geforderten Fortbildungsstunden nachweisen können, ohne Weiteres Patienten in Hamburg versorgen dürfen. „Damit wandern Jobs und wirtschaftlicher Erfolg aus Hamburg in andere Regionen, während die Pflegedienste hier mit immer neuen Vorschriften und stetig wachsender Bürokratie wertvolle Zeit verlieren“, so Clasen.

Für Rückfragen: Uwe Clasen, Leiter der Landesgeschäftsstelle, Tel.: 040/25 30 71 60

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