Brief an den Bundesminister für Gesundheit

Aussitzen ist vorbei, Handeln ist gefragt. Ich habe mich, nachdem aktuell so viele Pflegekräfte ihre Nöte geäußert haben, direkt an den Bundesminister gewendet und möchte Euch allen diesen Brief nicht vorenthalten. Wir sind ein freies Deutschland mit einer Meinungsfreiheit, die nicht bei der Pflege aufhört ! Pflege kann und muss wieder Spaß machen. Als Unternehmer habe ich lange daran gearbeitet, dieses kleine Pflegeuniversum zu verändern und in Zusammenarbeit mit allen meiner Mitarbeiter ein neues und tatsächlich funktionierendes Pflegekonzept entwickelt. Pflege macht wieder Spaß, die Belastungen ist heruntergeschraubt und wieder auf einem annehmbaren Level. Alle Mitarbeiter haben eine hohe Motivation und wir haben zufriedene Kunden. Es geht also, doch wir sind nur ein kleines Rädchen in dem Getriebe des Sozialwesen und hoffen, dass mir viele nachfolgen werden, die Pflege wieder zu verbessern. 

Ein Aufruf an alle Pflegekräfte: Ihr seid weit mehr Wert, als man Euch sagt, ihr seid nicht allein mit all den Ängsten und Sorgen um die Zukunft, lasst Euch nicht unterkriegen und Euch den Mund verbieten. Formiert Euch und geht auf die Strasse, sorgt dafür, dass alle erfahren, was in der Pflege passiert. Die Zukunft der Patienten liegt in unseren Händen, übernehmt nicht nur Verantwortung für Euch, sondern für den Betrieb, der Kommune, aber auch Bundesweit. Die Patienten vertrauen der Pflege und dieses Vertrauen darf nicht durch eine falsche Politik zerstört werden. gemeinsam sind wir stark.

Verbreitet diese Nachricht, redet darüber, wehrt Euch gegen Arbeitgeber, die Euch ausbeuten, nur so kann Veränderung herbeigeführt werden.

 

Nachtrag: Der Beauftragte der Bundesregierung Karl Josef Laumann wurde gerade eben von mir schriftlich über diesen Brief informiert, mit der Bitte um Stellungnahme. Ebenso wurde Verdi um Unterstützung von mir gebeten. Gemeinsam können und werden wir bessere Wege für die Pflege gestalten.

Brief

Hier der Brief vom 24.04.2016 von mir an den Minister für Gesundheit Herrn Gröhe:

Sehr geehrter Herr Minister Gröhe,

Ihre Bemühungen um die Pflege nimmt aktuell eine andere unangenehme Wendung. Nach der neusten Nachricht von Verdi vom 22.04.2016, plant die Diakonie als einer der größten Arbeitsgeber Deutschlands im sozialen Bereich erheblich Lohnkürzungen und nutzen hierbei ihre eigene Tarifhoheit aus. Es wird von Lohnkürzungen von über 20% gesprochen, dass kann doch in keinem Sinne der Pflegestärkung sein.
Da es sich hierbei um ein Bundesweites Problem handelt, sehe ich Sie als Minister hier in der Verantwortung, etwas zu tun, damit das nicht geschieht.
Wie Sie wissen, bin ich mit tausenden Pflegekräften verbunden und werde diese Nachricht an alle weiter geben. Die Pflege in Deutschland hat mittlerweile erschreckende Ausmaße bekommen, die Sie kaum übersehen haben können. Bisher ist die Pflegeveränderung relativ ruhig und mit viel Hoffnung in Ihre Arbeit verbunden gewesen. Mittlerweile steigt enorme Wut aus allen Bereichen auf.

Als Bundesminister sehen alle Sie in der Verantwortung hier nun Abhilfe konkreter Art zu schaffen.
Das Geld für die Pflege ist da, wenn man den aktuellen Nachrichten folgt und die betrügerischen Einrichtungen Einhalt gebietet, werden Millionen, wenn nicht Milliarden an Euro wieder frei für die echte Pflege. Die Not der Pflegekräfte ist größer denn je, die Sie kaum überhört haben können als zuständiger Minister.

Vielleicht hilft es Ihnen weiter, wenn Sie die Not der Pflegekräfte konkretisiert bekommen, dazu möchte ich Ihnen gern den Gesamttenor weitergeben:

1. die Pflegekräfte versorgen pro Kopf zu viele Patienten und sind damit am Rande ihrer Belastbarkeit
2. Die Pflegekräfte sind für die geleistete Arbeit weitgehend unterbezahlt.
3. Die meisten Arbeitgeber rechnen weiterhin mit dem sozialen Engagement der Pflegekräfte, die viele sicher und gezielt auszunutzen wissen.
4. Die meisten Gelder, die bereitgestellt werden, fließen fast immer in die Unternehmen, die aber daraus keine verbesserte Pflegesituation herstellen, das Geld versickert somit in die falschen Kanäle
5. Viele Pflegekräfte arbeiten heute aus Unwissenheit, aber auch aus Angst, ihren Job zu verlieren Grenzwertigkeit und erledigen Pflegetätigkeiten, die sie rechtlich oft nicht dürfen.
6. Der Pflegenotstand wird aktuell und zunehmend subtil durch Betreuungskräfte kompensiert, teilweise durch ungelernte Hilfskräfte. Das hat zur Folge, dass Patienten damit gefährdet werden und die Qualität weiter sinkt. Auch hier regt sich mittlerweile Widerstand.

Lieber Herr Bundesminister Gröhe, wir alle sehen in Ihnen die Person, die hier Veränderung herbeiführen muss, die Patienten und die zunehmende Überalterung lässt kein Abwarten mehr zu.

Ich möchte Sie auf diesem Weg bitten, hierzu Stellung zu beziehen und diese auch zu veröffentlichen. Es liegt an Ihnen, die Pflege jetzt wieder neu aufzustellen.

Mit freundlichen Grüßen

Sascha Burchardt
Krankenpfleger
Qualitätsbeauftragter
Leiter für ambulante Pflegedienste
Pflegedienstleitung
Fachwirt für Alten und Krankenpflege
Betriebswirt für soziale Einrichtungen

In Vertretung vieler Tausender verzweifelter Pflegekräfte, die alle Hoffnungen auf Sie und die Regierung stützen.

24.04.2016

 

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