Bericht der Altenpflegemesse – ernüchternd

Unser Bericht der Altenpflegemesse. Wie in vielen Bereichen angesprochen, haben wir unseren Besuch auf der Altenpflegemesse auch mit dem Blick für alle Pflege-Neuigkeiten offen gehalten. Das groß angelegte Spektakel in Hannover auf dem Messegelände war zunächst erstmal kompliziert zu erreichen, gute Ortskenntnisse wären von Vorteil gewesen. Das Gelände hätte mehr Rücksicht auf die Betroffenen nehmen können, so dass nur deutlich Mobile das Gelände besuchen konnten, dem zur Folge sind wir auch wenig selbst betroffenen Menschen begegnet. 

Messe eingang

Es handelte sich insgesamt um mehrere Hallen, die thematisch voneinander getrennt waren, das machte das suchen nach bestimmten Bereichen leichter, hatte aber auch einen Nachgeschmack, das man durch bestimmte Bereiche schnell durchmarschierte.

Das wohl aktuell innovativste der letzten Jahre stellt das Niederflurbett dar, ein klassisches Pflegebett, das man bis auf den Boden herablassen kann, um herausfallen und damit Stürze zu verhindern. Mittlerweile gibt es diese Betten in verschiedensten Varianten und werden von den Pflegekassen normalerweise vollständig finanziert.

niederflurbett

Das mit Abstand am lustigsten fanden wir die speziellen Betten für den Palliativbereich, ein Bett mit dem Beititel mit Micro Stimulation, hmm… was genau soll das bei einem palliativen Menschen bewirken? Es gab aber auch Betten extra für demente Menschen. Gefühlt und ausprobiert stellten wir lediglich an der Matratze fest, dass sie etwas anders war. Interessant, aber leider nicht als Kassenleistung zu haben, war ein Bett, dass sich vollständig drehen konnte, um als liegender Mensch vollständig und ohne Hilfe aus dem liegen in den Stand zu kommen. Es stellte eine Mischung aus Pflegebett, eingebautem Drehteller und Pflegesessel dar. Hätte in die Zeit von Terminator gepasst, sah ein wenig futuristisch aus.

palliativ

Eine weitere Halle war für die Verbände der Pflege, wo wir uns natürlich auch in Gespräche begeben haben. Einer davon war ein Stand des BPA. Erstmal einen Kaffee bestellt und wir kamen ins Gespräch. Insbesondere war die Generalistik ein großes Thema überall. Mittlerweile haben sich viele Verbände gegen die Generalistik ausgesprochen, dessen Motor bisher nur der BPA war und heute zunehmend mehr Anhänger hat. Insgesamt sieht man hier die Situation recht optimistisch, dass die Generalistik noch aufgehalten wird. Auch das Clichee, der BPA vertrete ausschließlich nur Arbeitgeberinteressen, konnte hier ausgeräumt werden. Vielen Dank an dieser Stelle an Hr.Oldörp, für die freundliche Auskunft. 

bpa messe      bpa mitglied

Nach also langen Märschen durch die riesigen Hallen kamen wir zu dem Bereich, für den wir eigentlich gekommen waren, die Pflegesoftware. Hier hat sich durch die massive Konkurrenz einiges getan. Wie zu erwarten war, versprechen alle, dass sie die Besten sind, am meisten Leistungen bieten und so weiter. Ich als alter IT Heini, hab mir dann ein bisschen Spaß gegönnt und ging auf Fehlersuche bei den Herstellern. Und tatsächlich konnten die meisten Softwarehersteller mit unseren Ansprüchen nicht mithalten. neben tatsächlichen Programmierungsfehlern, boten die wenigsten, selbst die großen Giganten keine Lösung für die Investitionskostenförderung, oder gar dem in NRW geforderten Testats. Zwei der Anbieter wussten nicht einmal, was das ist. Die Neuerungen der mobilen Datenerfassung, also Tourenplanung per Handy oder ähnlichem hatten die meisten nichts neues zu bieten, außer einem schickerem Design. Und die Preise haben uns meisten eigentlich nur umgehauen. Die meisten Softwarehersteller verlangten schon im Vorfeld weit über 10.000 Euro, um die Software überhaupt anwenden zu können, insgesamt eine Unverschämtheit. Dazu kommen monatliche Gebühren, die 500€ / Monat meistens überschritten. Dann hatte man erst eine Software, die dann nicht mehr als 3-4 Mitarbeiter gleichzeitig zulassen. Das Geschäft mit dem begrenzen von Anwendern und teuren Zusatzmodulen, nimmt mittlerweile abzockerische Ausmaße an. Mit etwas handeln und gegenseitigem Austausch haben wir uns nun für eine Software entschieden, die uns hoffentlich mehr Zeit für andere Dinge verspricht und die Finanzen einigermaßen aushalten. Und es war nicht der große Gigant, der hier mehr verspricht, als er wirklich kann…

Zu guter Letzt haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht und kamen entspannter Weise, aber auch sehr erschöpft an diesem, zu der Messe eher unpassenden, aber für unsere Zwecke gerade richtigen Sessel vorbei. Was dieser Sessel nun mit alten Menschen machen soll, haben wir nicht ganz verstanden.. Aber bequem war er für uns allemal.

relax

Noch ein Nachwort an Peter Müller, den wir dort eigentlich treffen wollten, es aber schlichtweg nicht hinbekommen haben, wir holen das Treffen gern nach.

 

Wer unsere Berichte gern regelmäßig lesen möchte, kann sich bei uns auf der Website: www.bg-Pflege.de eintragen, oder auf Facebook/BGpflege die Seite anklicken „gefällt mir“

 

Kommentar verfassen