Ausbildung in Gefahr?

Ausbildungen in Gefahr?

In einer neuen Pressemitteilung des bpa stellt dieser dar, was passieren wird, wenn die Generalistik übereilt durchgesetzt wird. Dies wird aus der Praxis offensichtlich mit Gefahren und wegfallen von Ausbildungsplätzen gesehen. Insbesondere weisen sie auf das sinken der Ausbildungsqualität hin. Diese Einschätzung wird aktuell, so wird es geschrieben, von vielen Mitgliedsunternehmen geteilt. Ängste und Befürchtungen machen sich zunehmend breit.

Die Generalistik sieht das Zusammenlegen der 3 großen Pflegeberufe, Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege, die bisher angedacht 2018, nun wahrscheinlich 2019 mit einer neuen, einheitlichen Ausbildung als Pflegefachfrau/mann starten. In dieser Lage haben sich große pro und contra Lager gebildet. Auch unter den Pflegekräften selbst herrscht insgesamt Uneinigkeit, ob und was das Richtige ist. Das Pro, hier vorrangig die Bundesregierung mit Hr. Gröhe als Minister und Hr. Laumann als Beauftragter „lager“ argumentiert mit Zuwachs, bei Umsetzung, das Contra Lager sieht ernsthafte Gefahren in der Qualität und dem Nachwuchsstrom, der dann ausbleiben könnte. Hierzu kommt, dass das Schulniveau insgesamt höher liegen wird, so dass auch Quereinsteiger, wie bisher über die Altenpflege es üblich ist, keine Chance zur Ergreifung des Berufes haben werden. 

Insgesamt wäre wohl die Zusammenarbeit beider Seiten von Nöten, um nicht nur den Konflikt zu beenden, sondern ein gemeinsamen Weg in Sache „Zukunft Pflege“ zu gestalten. Doch das wird auf sich warten lassen, die Fronten sind insgesamt sehr verhärtet. Ebenso wünschenswert, wäre, wenn sich die Betroffenen, also die Pflegekräfte selbst mehr dazu zu Wort melden, damit auch ihre Stimme gehört wird, das wird aber aktuell von beiden Seiten wenig genutzt. 

presse

Hier die aktuelle Mitteilung dazu vom 10.03.2016:

Altenpflege in Schleswig-Holstein: Generalistik bringt Ausbildungsplätze in Gefahr

Deutliche bpa-Kritik an Reform der Pflegeausbildung bei Abgeordnetenbesuch in Norderstedt

Die von der Bundesregierung geplante Reform der Pflegeausbildung wird vor allem bei ambulanten Pflegediensten und kleineren Heimen Ausbildungsplätze vernichten und den Fachkräftemangel damit deutlich verschärfen. Diese Warnung gaben jetzt Mitglieder des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) dem Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann mit nach Berlin. Dort berät der Bundestag ab der kommenden Woche über die Zusammenlegung der Ausbildungen in der Altenpflege, der Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege.

Der Abgeordnete aus Bad Segeberg hatte das Scheel Altenpflegeheim in Norderstedt besucht, um vor den Parlamentsberatungen aus erster Hand eine Einschätzung zu den Gefahren der Ausbildungsreform zu erhalten. „Wenn Pflegefachkräfte künftig in allen drei Berufen ausgebildet werden sollen, sinkt die Praxiserfahrung, während der organisatorische Aufwand für die ausbildenden Betriebe steigt. Da die Auszubildenden zudem viele zusätzliche Praktika in Bereichen der Krankenpflege und Kinderkrankenpflege absolvieren müssen, sammeln sie keine ausreichenden Alltagseindrücke in der Altenpflege und identifizieren sich nicht mit ihrem Arbeitgeber“, kritisierte der stellvertretende bpa-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein, Gunnar Löwe.

Löwe wies auch auf eine gänzlich unterschiedliche Berufsauffassung in der Alten- und Krankenpflege hin: „Menschen, die in den Altenpflegeberuf einsteigen, haben ganz andere Motivationen und Erwartungen als diejenigen, die die Gesundheits- und Krankenpflege lernen wollen. Unseren Fachkräften geht es nicht um ‚die Galle in Zimmer 7’, sondern um eine ganzheitliche soziale und pflegerische Betreuung ihrer Bewohner und Klienten.“

Die geplante generalistische Ausbildung mit Inhalten aus allen Pflegebereichen werde viele Bewerber deshalb eher abschrecken, ergänzte der Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle Schleswig-Holstein, Franz Bettinger. „Die Bundesregierung hat ein Gesetz vorbereitet, das flächendeckend abgelehnt wird und das der pflegerischen Ausbildung schadet, statt sie zukunftsfest und attraktiv zu machen.“ Der bpa spüre große Ablehnung unter seinen fast 500 Mitgliedsunternehmen in Schleswig-Holstein und trage diese Kritik derzeit auch in die Politik.

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